Studie zur Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen bei erektiler Dysfunktion (Verfasst und durchgeführt von Fabian Indig)

 Im Rahmen meiner Bachelorarbeit habe ich von 2015 bis 2016 eine Studie durchgeführt, die die "Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen bei erektiler Dysfunktion" untersucht hat.

Nennenswert ist, dass vor allem Teilnehmer die mit der Klassischen Osteopathie behandelt wurden die besten Ergebnisse erzielt haben.

Das Krankheitsbild der erektilen Dysfunktion hat sich subjektiv (IIEF-Fragebogen) und objektiv (%FMD = Durchblutung) verbessert.

Im nachfolgenden Blog-Artikel möchte ich eine knappe Zusammenfassung über die Studie geben, die vielversprechende Ergebnisse liefern konnte.

Zusammenfassung

Hintergrund: Die erektile Dysfunktion ist für viele Männer eine große Belastung.

Alleine in Deutschland sind über 5 Millionen Männer betroffen. Der Bedarf nach einer effektiven und nebenwirkungsarmen Therapie ist größer denn je.

Zielsetzung: Ziel der Studie ist es, die Auswirkungen verschiedener osteopathischer Techniken auf die erektile Dysfunktion zu untersuchen. Dafür werden verschiedene Parameter erhoben.

Methodik: Es wurden effektiv 15 Untersuchungsteilnehmer akquiriert. Die Untersuchungsteilnehmer wurden randomisiert auf drei Gruppen aufgeteilt und waren zu jeder zeit verblindet. Eine Gruppe wurde mit einer GOT-Routine behandelt, eine weitere mit viszeralen Techniken und die dritte Gruppe war eine Kontrollgruppe. Es fanden drei Interventionen statt. Vor der ersten und nach der letzten Intervention wurden Messungen durchgeführt. Gemessen wurden der IIEF-Score, der %FMD mit dem AngioDefender ® sowie die Blutwerte Testosteron und Cholesterin.

Ergebnisse: Die Studie konnte keine statistisch Signifikanten Ergebnisse validieren. Jedoch gibt es allgemein eine fast statistisch signifikante (p= 0,059) Verbesserung des IIEF-Score von 11 auf 15 Punkte. Der IIEF-Score hat sich auch in der GOT- Gruppe und in der Kontrollgruppe verbessert. Des Weiteren hat sich der %FMD in der GOT-Gruppe fast statistisch signifikant (p= 0,068) um 1,5% verbessert. Auch der IIEF hat sich im Durchschnitt von 13,75 auf 19,25 tendenziell signifikant (p = 0,141) stark erhöht.

Hintergrund

Die Erektile Dysfunktion bezeichnet eine gestörte oder fehlende Erektion des Penis über einen längeren Zeitraum.

Neben psychischen kommen vor allem organische Ursachen in Frage. Diese Studie beschäftigt sich mit den organisch bedingten Ursachen, die hauptsächlich durch Durchblutungsstörungen verursacht werden.

 

Neben den Durchblutungsstörungen gibt es neurogene Störungen und Störungen des Hormonhaushaltes, vor allem Testosteronmangel. Neurogene Störungen können z.B. bei Multipler Sklerose oder durch Verletzungen von Nerven im Becken nach Operationen auftreten. Risikofaktoren, die eine organische Erektile Dysfunktion begünstigen, sind Rauchen, Übergewicht, Verkalkung der bzw. Ablagerungen in den Blutgefäßen, wenig Bewegung, erhöhter Alkoholkonsum, eine fettreiche Ernährung, Diabetes und Hypertonie sowie Medikamente für das Herz oder gegen Bluthochdruck.

Studien belegen, dass immer mehr Männer an Erektiler Dysfunktion leiden. Bei einer Studie im Jahr 2000, im Rahmen derer 8.000 Männer im Alter von 30 bis 80 befragt wurden, kam heraus, dass ungefähr 20 % an einer Erektilen Dysfunktion leiden. Die Zahl der Betroffenen wird allein in Deutschland auf ca. fünf Millionen geschätzt.

 

Der momentane Goldstandard ist die Behandlung mit Injektionen, welche nicht Risikoarm sind. Mögliche Risiken sind unter anderem Entzündungen und Nervenschädigungen . Daher ist die Suche nach einer wirksamen und nebenwirkungsarmen Therapie aktuell und von großer Bedeutung, da der Leidensdruck der Betroffenen sehr hoch ist.

Untersuchung

Der Untersuchungszeitraum begann im Oktober 2015. Zu Beginn fand eine Messung mit dem „AngioDefenderTM“ statt sowie eine Auswertung des aktuellen großen Blutbildes. Außerdem wurde der „IIEF“ vom Teilnehmer ausgefüllt. Bedienung und Messung des „AngioDefenderTM“ obliegen den Arzthelferinnen, Blutabnahme dem Arzt der Praxis.

Anschließend fanden drei Interventionen pro Teilnehmer statt, in einem Abstand von jeweils zwei Wochen. Die Interventionen wurden vom Studienleiter durchgeführt. Eine erneute Messung inklusive Fragebogen fand zwei Wochen nach dem Ende der letzten Interventionen statt.

Intervention

Das Ziel jeder Osteopathischen Technik / Behandlung ist es, den Flüssigkeitsfluss zu verbessern oder wiederherzustellen. Dahinter steht die Idee, dass jegliches Gewebe von der Versorgung des Blutes und der Nerven abhängig ist und Pathologien aus einer Behinderung eben dieser resultieren. Die Osteopathischen Techniken sollen diese Behinderungen beseitigen und eine gute Versorgung (arteriell und nerval) sowie einen guten Abtransport (venös und lymphatisch) wieder ermöglichen.

Ich habe mich für diese beiden Osteopathischen Behandlungen entschieden („GOT“ und „Viszerale Techniken“) weil die „GOT“ global und die „Viszeralen Techniken“ einen lokalen Einfluss auf die Durchblutung und Nervenkraft haben sollen. Da die männliche Erektion maßgeblich von der Durchblutung des Penis abhängt, sind die Auswirkungen dieser Behandlungen zu untersuchen.

Die Untersuchungsteilnehmer wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die Interventionen dauerte bei allen Gruppen 30 Minuten und wurden vom Studienleiter durchgeführt. Es handelt sich jeweils immer um standardisierte Interventionen.

Variablenstichprobe

Erfasst wurden Puls, Blutdruck, BMI für und ein sogenannter „%FMD“ durch den „AngioDefenderTM“.
Cholesterin, HDL und Testosteron wurden über das Blut bestimmt.

Niedrige HDL und Testosteron Werte sowie ein hoher Cholesterin Wert haben einen direkten Zusammenhang mit der Erektilen Dysfunktion.
Außerdem wurde der „IIEF“-Fragebogen von den Untersuchungsteilnehmern ausgefüllt und ausgewertet.

Fazit

Im Rahmen einer Studie wurde die Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen bei Erektiler Dysfunktion untersucht. Dafür wurden effektiv 15 Teilnehmer akquiriert, die randomisiert und verblindet auf drei Gruppen aufgeteilt wurden.

 

Die erste Gruppe wurde mit einer „GOT-Routine“ behandelt, die zweite Gruppe mit „viszeralen Techniken“ und die dritte Gruppe war eine Kontrollgruppe.

Es wurde jeder Teilnehmer dreimal behandelt mit jeweils einem Abstand von zwei Wochen. Vor der ersten und nach der letzten Behandlung wurden die Messungen durchgeführt. Gemessen wurde der %FMD mit dem AngioDefenderTM, der IIEF- Score und die Blutwerte Testosteron sowie Cholesterin.

Die Interventionen wurden vom Studienleiter durchgeführt und die Messungen vom verblindeten Praxispersonal.

 

Die Studie konnte keine statistisch Signifikanten Ergebnisse validieren. Jedoch gibt es allgemein eine fast statistisch signifikante (p= 0,059) Verbesserung des IIEF- Score von 11 auf 15 Punkte. Dies entspricht einem ganzen Schweregrad des IIEF. Der IIEF-Score hat sich auch in der GOT-Gruppe und in der Kontrollgruppe verbessert. Es ist daher nicht abschließend auszumachen, was diese Veränderungen verursacht hat. Des Weiteren hat sich der %FMD in der GOT- Gruppe fast statistisch signifikant (p= 0,068) um 1,5% verbessert. Auch der IIEF hat sich im Durchschnitt von 13,75 auf 19,25 tendenziell signifikant (p = 0,141) stark erhöht.

Bei einer höheren Teilnehmerzahl hätten diese Werte mit hoher Wahrscheinlichkeit signifikant werden können. Die anderen erhobenen Werte zeigten keine tendenzielle relevante Veränderung auf.

 

Somit liefert diese Studie aufgrund der geringen Teilnehmerzahl keine statistisch signifikanten Ergebnisse, zeigt aber aussagekräftige Tendenzen auf, die die Grundlage weiterer Untersuchungen bilden können.

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