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Studie - Diabetiker gesucht!

Ich suche für eine osteopathische Studie Teilnehmer die an Diabetes Mellitus Typ 2 leiden.

Wenn Sie Interesse haben und im Raum Frankfurt an der Studie teilnehmen können, und Sie gerne mehr über die Studie erfahren möchten, können sie mich so kontaktieren:

Tel.: 0171 79 55 877
Mail: fabian.indig@gmail.com

Als Entschädigung für Ihre Zeit bei der Teilnahme an der Studie bekommen Sie eine kostenlose osteopathische Behandlung.

 

Vielen Dank!

Abschluss des ersten Teils der Weiterbildung in England!

Heute wurde der erste Teil einer 10-monatigen Weiterbildung in London, England erfolgreich abgeschlossen!
Es war eine anstrengende Zeit, aber Ich hatte viel Spaß und habe sehr viel dabei gelernt!

Von dieser Fortbildung kann nicht nur Ich selbst, sondern vor allem auch meine Patienten profitieren.


Im September geht es mit dem nächsten Modul weiter, welches dann auf 2 Jahre ausgelegt ist.

Die Wichtigkeit der richtigen Schlafposition

Menschen verbringen im Durchschnitt 1/3 ihres Tages im Schlaf.
Dies ist viel Zeit und man sollte darauf achten, in dieser Zeit eine gesunde Schlafposition zu haben.

Tut man dies nicht, können Nacken- oder Rückenschmerzen entstehen.

Was eine gesunde Schlafposition ist und wieso sie von Bedeutung ist, erfahren Sie in diesem Artikel.

Die Wichtigkeit von Schlaf

Menschen müssen, wie auch die meisten anderen Tiere, schlafen.

Nur mit ausreichend Schlaf ist der Körper Leistungsfähig und kann einen anstrengend Tag gut überstehen.

Warum wir überhaupt schlafen müssen, ist noch nicht genau geklärt.

Einige potentielle Gründe sind jedoch zum Beispiel das Auffüllen der Energiereserven (z.B. Glykogen im Gehirn) oder die Stärkung des Immunsystems. Auch einige bestimmte Stoffwechselprozesse finden nur im Schlaf statt, z.B. der Muskelaufbau.

Die medizinische Forschung des Schlafs, die Somnologie, beschäftigt und untersucht den Vorgang des Schlafs.

Was man aber sicher weiß, ist das man durch Schlafentzug sogar sterben kann!

 

Dabei regelt unsere "innere Uhr", der circadiane Rhythmus größtenteils unseren Schlafrhythmus.

Der Körper passt sogar seine Stoffwechselvorgänge den täglichen Schwankungen an.

 

In diesem Artikel wird es nicht um die komplexe Physiologie des Schlafs gehen, sonder darum, eine korrekte und gesunde Liegepostion zu finden, in der der Körper sich optimal erholen kann und mit denen Nacken- oder Rückenschmerzen vorgebeugt werden können!

 

Um zu verdeutlichen wieviel Zeit Schlaf in Anspruch nimmt, hier ein kleines Rechenbeispiel:

Schlafen wir optimalerweise 8 Stunden am Tag, ist dies 1/3 unseres Tages. Das bedeut:

  • Im Jahr schlafen wir 4 Monate
  • Wenn wir 90 Jahre alt werden, schlafen wir davon 30 Jahre

Das ist eine unglaublich lange Zeit, und vielleicht wird jetzt deutlich, wieso wir eine korrekte Position für diese Dauer finden müssen.

Stellen Sie sich nur vor, Sie würden 8 Stunden lang auf der Arbeit den Kopf zur Seite verdrehen - die Schmerzen und Probleme wären vorprogrammiert!

Für eine korrekte Position des Körpers ist neben der Lage auch die Kombination von Matratze und Kissen sehr wichtig - nur so kann der Körper im Schlaf optimal und frei von Belastung entspannen.

negative Einflüsse

Dinge die einen negativen Einfluss auf die Schlafqualität haben sind:

  • keine oder geringe sportliche Aktivitäten
  • helle Umgebung
  • Stress
  • Koffein oder Teein
  • Alkohol
  • Medikamente
  • zu viel essen oder schwer verdauliches Essen kurz vor dem Schlafen
  • unregelmäßiger Schlafrhytmus
  • TV/Handy/Elektronik vor dem Schlafengehen

Wie man sieht, gibt es viele Einflüsse die auf die Schlafqualität und die Schlafdauer wirken.

Das gute daran ist jedoch, dass man diese Faktoren selbst beeinflussen kann!

Schlafposition: Bauch

Der Schlaf "auf dem Bauch" ist der ungesündeste von allen drei Positionen.

 

Der Grund dafür ist, dass die Halswirbelsäule zur Seite verdreht ist.

Daraus resultieren für gewöhnlich Nacken- oder Kopfschmerzen.

 

Stellen Sie sich vor, Sie würden tagsüber den Kopf für 8 Stunden zur Seite drehen!

 

Wenn Sie unbedingt auf dem Bauch schlafen möchten oder sich nachts oft auf den Bauch drehen, empfehle ich zumindest das Kissen zu entfernen, damit der Nacken nicht nach hinten gebeugt ist.

Schlafposition: Seite

Der Schlaf auf der Seite ist besser als auf dem Bauch, jedoch schlechter als auf dem Rücken.

 

Bei dieser Schlafposition (es ist übrigens auch die Häufigste) ist es besonders wichtig eine gute Kombination von Kissen und Matratze zu haben.

 

Wenn das Kissen zu Weich bzw. die Matratze zu hart ist, resultiert daraus eine schiefe Wirbelsäule, und zwar nicht nur im Nacken und Hals sondern auch in der Lendenwirbelsäule.

Deshalb ist es wichtig ein Kissen zu wählen, welches hart und groß ist damit die Halswirbelsäule und der Nacken optimal gestützt sind.

 

Am besten lassen Sie Ihre Wirbelsäule von jemandem kontrollieren, wenn Sie auf dem Bett liegen, um zu schauen ob Sie Ihr Kissen oder die Matratze anpassen müssen, damit alles gerade ausgerichtet ist und Sie ohne Belastung schlafen können.

Schlafposition: Rücken

Der Schlaf auf dem Rücken ist allen anderen Positionen vorzuziehen.

 

In dieser Position ist der Körper prinzipiell gerade ausgerichtet und es wirken keine belastenden Kräfte auf die Wirbelsäule bzw. den Körper.

 

Es kann sehr ungewohnt sein auf dem Rücken zu schlafen, daher kann es eine Zeit dauern bis Sie diese Position als gemütlich empfinden.

Auch wird sich die Schnelligkeit mit der Sie einschlafen mit der Zeit anpassen.

 

Zu empfehlen ist eine härtere Matratze und ein festes, flacheres Kissen.

Auch wenn es Geduld und Durchhaltevermögen kostet, empfehle Ich Ihnen wärmstens das Schlafen auf dem Rücken zu üben und zur Gewohnheit zu machen!

 

Denken Sie immer langfristig und halten Sie sich vor Augen, dass sie damit auch zukünftig Schmerzen vorbeugen können!

Zusammenfassung

Neben externen Faktoren die die Schlafqualität beeinflüssen können ist die Wahl der richtigen Schlafposition entscheidend.

Am schonendsten für den Körper ist der Schlaf auf dem Rücken, da dann der Körper optimal ausgerichtet ist und keinen Kräften ausgesetzt ist.

 

Wenn sie in einer anderen Position schlafen wollen oder müssen, empfehle ich für den Schlaf auf der Seite ein hartes Kissen und für den Schlaf auf dem Bauch das Kissen zu entfernen, um die belastenden Kräfte zu reduzieren.

 

Denken Sie langfristig und investieren Sie in ein gutes bzw. passendes Kissen sowie in eine gute Matratze!

5 Tipps gegen Kopf- & Nackenschmerzen + wissenswertes

Kopfschmerzen oder Nackenschmerzen hat jeder schon mal erlebt.

Doch immer mehr Menschen leiden an chronischen Kopf- oder Nackenschmerzen, die sehr belastend sein können.

 

In diesem Artikel möchte ich 5 Tipps gegen Kopfschmerzen geben und darüber aufklären, wie die Probleme entstehen können und was man dagegen tun kann.

Allgemeines zu Kopf- & Nackenschmerzen

Kopfschmerzen können zur Qual werden.
Kopfschmerzen können zur Qual werden.

Jeder kennt das Gefühl von Kopfschmerzen.

Und einige Gründe dafür sind auch bekannt - zum Beispiel übermäßiger Alkoholkonsum oder eine zu geringe Wasserzufuhr.

 

Jedoch gibt es viele Menschen die an Kopfschmerzen leiden, bei denen die Ursache nicht direkt klar zu erkennen ist.

Dabei sind die möglichen Ursachen von Kopfschmerzen deutlich vielfältiger als die von Nackenschmerzen.

 

In dem nachfolgenden Text werde ich aufzeigen, wie Kopf- und Nackenschmerzen entstehen können, welche Formen es gibt, und was man dagegen tun kann.

Ursachen von Nackenschmerzen

Nackenschmerzen kommen - wie der Name schon sagt - im Nacken bzw. der Halswirbelsäule vor und es gibt mehrere mögliche Ursachen für Ihre Entstehung.

 

Die Ursache der Schmerzen muss dabei nicht unbedingt im Nacken selbst liegen. Es kann z.B. sein das die Schmerzen durch Reflexe verursacht werden, oder das eine Arthrose im Schultergelenk in den Nacken strahlt.

 

Am häufigsten ist aber eine schlechte Haltung für die Schmerzen im Nacken verantwortlich.

Da heutzutage die meisten Menschen einem Büro-Job nachgehen,

ist es kein Wunder das immer mehr Menschen an Nackenschmerzen leiden.

Wird nämlich bei der Arbeit am Schreibtisch eine schlechte Haltung eingenommen, kommt es zur Verspannung der Nackenmuskulatur.

Dabei fallen die Schultern und der Kopf nach vorne und die Hals- und Brustmuskulatur verkürzen mit der Zeit immer mehr.

Ebenso verkürzen und versteifen die Faszien in der gesamten Halsloge.

 

Es gibt jedoch noch weitere Ursachen für Nackenschmerzen, die in Betracht gezogen werden müssen:

  • Degenerative Erkrankungen wie: Arthrose, Spondylose, Osteophyten, Bandscheibenvorfall.
  • Entzündungen der Halswirbelsäule: Morbus Bechterew, Rheumatoide Arthritis, Spondylitis.
  • Traumata: Schleudertrauma oder Wirbelbruch.
  • Tumoren, Osteochondrose, Segmentale Dysfunktionen, Facettensyndrom, Operationen, uvm.

Oft wird die schwammige Diagnose des sogenannten "HWS-Syndroms" gestellt.

Dabei wird den Syndromen aber viel mehr ein Name aufgedrückt als das etwas dagegen getan wird.

Ursachen von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen kommen in einer Vielzahl von verschiedenen Formen vor.

Dabei kann der Bereich, in dem die Kopfschmerzen empfunden werden, stark variieren.

Außerdem sind die Ursachen sehr vielfältig.

 

Grundsätzlich handelt es sich bei Kopfschmerzen oft um eine Reizung von bestimmten Sturkturen. Das können die Hirnhäute sein, Blutgefäße im Kopf oder die zum Kopf führen, Hirn- oder Spinalnerven oder die Schädeldecke.

 

Das Gehirn selbst besitzt keine Schmerzrezeptoren.

 

Prinzipiell teilt man den Kopfschmerz in primär und sekundär ein.

Beim Primären Kopfschmerz ist der Kopfschmerz selbst das Problem, beim sekundären ist er eine Begleiterscheinung eines anderen Symptoms.

 

Schauen wir uns zunächst an, was für Ursachen Kopfschmerzen bedingen können. Ich ordne die Ursachen nach der Häufigkeit:

 

   häufig:

  • eingeschränkter Blutfluss zum, im und vom Gehirn
  • verspannte Muskulatur, z.B. am Hals, Nacken, Kaumuskulatur etc.
  • Referred pain
  • Dehydration
  • Hypertonie
  • hormonelle Störungen 
  • Stress
  • Schlafmangel
  • Skoliose
  • Alkohol

  weniger häufig:

  • Schleudertrauma
  • degenerative Erkrankungen
  • Sinusitis
  • Allergien
  • Erhöhung des Hirndrucks
  • Hirninfarkt
  • Meningitis
  • Schädelblutungen
  • etc.

Aus osteopathischer Sicht kann man jedoch sagen, dass in den meisten Fällen entweder die Blutzufuhr eingeschränkt ist oder aber die Ausprägung der Wirbelsäulenkrümmung zu stark ist.

Dadurch werden dann die Strukturen im Hals und vor allem Nacken (Nerven, Blutgefäße, Lymphbahnen etc.) zu stark komprimiert und es kommt zu einem Rückstau bzw. einer Unterversorgung im Kopf.

Formen von Kopfschmerzen

Prinzipiell unterscheidet man zwischen 4 Formen von Kopfschmerzen.

Am bekanntesten und auch am häufigsten ist die:

  • Migräne:

Die Migräne zeichnet sich durch einen pulsierenden und sehr intensiven Kopfschmerz aus.

Sie tritt wiederholt, anfallsartig und oft auch einseitig auf.

Als Begleiterscheinung können Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit, eine Aura oder sogar neurologische Ausfälle auftreten.

 

Ebenfalls häufig leiden Menschen unter:

  • Spannungskopfschmerzen:

Diese Form der Kopfschmerzen betrifft den gesamten Kopf und ist nicht so schmerzintensiv wie die Migräne.

Der Schmerz wird oft als dumpf und drückend beschrieben.

Auch hier können Begleiterscheinungen auftreten, wobei diese ungleich seltener vorkommen.

 

  • Clusterkopfschmerz:

Der Clusterkopfschmerz ist sehr gut zu erkennen, da er einige bestimmte Charakteristiken aufweist.

Er tritt nämlich vor allem im Bereich des Gesichtes zwischen Augen und Schläfe auf.

Die Begleiterscheinungen betreffen deshalb auch eher die Augen, es kann z.B. verstärktem Tränenfluss oder roten Augen kommen.

 

  • zervikogener Kopfschmerz:

Der typische, unregelmäßige Kopfschmerz. Die Intensität reicht von leicht bis stark.

Der Schmerz selbst weißt eine dominante Seite auf und ist somit einseitig.

Begleiterscheinungen treten auf, wenn auch nicht sehr häufig.

5 Tipps gegen Kopfschmerzen

Im nachfolgenden möchte Ich 5 Tipps geben, um Kopfschmerzen vorzubeugen!

Natürlich gibt es keine Garantie dafür, dass Sie mit diesen Tipps keine Kopfschmerzen mehr bekommen, aber die Wahrscheinlichkeit lässt sich deutlich verringern!

 

Tipp 1: Suche einen Osteopathen auf!

Ja, dieser Punkt war abzusehen. Dabei ist er so effektiv wie offensichtlich: Quäle dich nicht länger mit Kopfschmerzen, als es nötig ist. Suche einen qualifizierten Osteopathen auf, der die Ursache für deine Kopfschmerzen findet und sie erfolgreich behandelt!

 

Tipp 2: Trinke genug Wasser!

Es steht außer Frage das eine Dehydration Kopfschmerzen verursachen kann.

Lass' es nicht so weit kommen! Eine hohe Wasserzufuhr ist nicht nur gut gegen Kopfschmerzen, sondern bringt noch viele andere Vorteile für den Körper mit sich!

 

Tipp 3: Achte auf dein Kissen!

Die Wahl der richtigen Matratze aber vor allem des richtigen Kissens ist essentiell für einen gesunden Nacken.

Schläft man auf dem Bauch, ist der Nacken sowieso verdreht. Wenn man auf der Seite schläft und das Kissen zu weich ist, hängt der Nacken durch.

In beiden Fällen wird der Nacken und damit auch die Gefäße und andere Strukturen komprimiert. Ich empfehle daher ausdrücklich auf dem Rücken zu schlafen!

 

Tipp 4: reduziere deinen Stress!

In der heutigen Zeit ist Stress fast schon zur normalität geworden und wird allgemeinhin akzeptiert - ohne sich über die Folgen Gedanken zu machen. Stress wird kaum noch wahrgenommen, dabei sind die Auswirkungen klar: Stress bedeutet Ausschüttung von Cortisol, und Cortisol kann Kopfschmerzen und viele andere Symptome verursachen!

 

Tipp 5: treibe Sport!

Sport ist nicht nur gut für die Seele sondern natürlich auch für den Körper! Stress wird abgebaut und das kardiovaskuläre System wird trainiert.

Menschen die Sport treiben haben nachweislich seltener Kopfschmerzen.

Fazit

Kopfschmerzen sind ein lästiges Thema. Besonders einschränkend sind sie, wenn sie chronisch werden.

Es gibt viele verschiedene Arten von Kopfschmerzen mit unterschiedlichen Charakteristiken.

Die Ursachen sind meistens vielfältig, und dem Laien ist es oft nicht möglich zwischen den verschiedenen Formen zu unterscheiden.

 

Mit den hier genannten Tipps können Sie die Intensität Ihrer Kopfschmerzen verringern und die Häufigkeit reduzieren.

Ich empfehle defintiv einen Besuch bei einem Arzt oder Osteopathen um die Ursache der Kopfschmerzen anzugehen!

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Faszien - ist der Hype gerechtfertigt?

Das Thema Faszien ist momentan so beliebt und aktuell wie noch nie.

Zahlreiche Therapien behaupten, gezielt die Faszien zu behandeln oder machen sie für alle Probleme verantwortlich.

Außerdem zielen immer mehr Kurse auf den Einfluss von Faszien ab.

In diesem Artikel möchte Ich über das Thema Faszien aufklären, einen tieferen Einblick geben und auch meine persönliche Meinung mitteilen.

Was sind Faszien?

Die Faszien gleichen optisch einem Spinnennetz - sie verbinden alles miteinander.
Die Faszien gleichen optisch einem Spinnennetz - sie verbinden alles miteinander.

Faszien sind seit kurzer Zeit Gegenstand von Forschung, Therapie und Medien.

Während Wissenschaftler beeindruckendes über Faszien gelernt haben, wurde dieses Thema von den Medien bzw. für das Marketing aufgegriffen und benutzt. Von "Faszienrollen" bis zum "Faszienyoga" - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Auch die Osteopathie behauptet teilweise, Faszien erspüren zu können.

 

Doch was sind Faszien überhaupt?

 

Faszien (aus dem lateinischen für Bündel oder Band) sind im grunde genommen Bindegewebe. Was genau man als Faszie bezeichnet, ist Definitionssache. Für den einen zählen alle Arten von Bindegewebe zu den Faszien (Bänder, Sehnen, Organkapseln etc.), für den anderen sind nur die flächigen Faszien-Strukturen gemeint.

 

Egal wie man es definiert - Faszien umgeben und verbinden jede Struktur im Körper miteinander. Man kann es sich vorstellen wie ein Spinnennetz - filigran und doch stark, umgeben sie Muskeln, Bänder, Knochen, Organe, Hirnhäute, Gefäße - einfach alles.

Dabei sind Faszien nicht nur einfach totes Gewebe, das sich nicht mehr verändert oder keine Aufgabe hat - es besteht aus zahlreichen, unterschiedlichen Zellen. Dazu zählen Rezeptoren, Blutgefäße, Nerven und Flüssigkeiten.

Funktionen der Faszien

Faszien haben zahlreiche Aufgaben.
Faszien haben zahlreiche Aufgaben.

Faszien haben viele Funktionen, die wir zum Teil erst seit kurzem verstehen und die noch Gegenstand der momentanen Forschung sind.

 

  • Zum einen sind Faszien wichtig für die Strukturerhaltung (Formgebend) bzw. dienen als Stütze (Stabilität). Die elastischen Federn der Faszien können Kräfte aufnehmen und umleiten und haben somit eine Schutzfunktion.
  • Die gerade genannten elastischen Federn sind aber auch wichtig für die Kraftübertragung und Bewegung. Die Faszien steigern also ebenfalls die Muskelkraft!
  • Des weiteren transportieren Faszien Flüssigkeiten und haben somit eine ernährende Funktion! Aber auch andere Flüssigkeiten können transportiert werden, wie z.B. Lymphe oder interstitielle Flüssigkeit.
  • Da die Faszien wie bereits erwähnt zahlreiche unterschiedliche Zellen zur Reizweiterleitung und Sinneswahrnehmung haben, stellen sie auch ein Sinnesorgan dar.
  • In den Faszien befinden sich phagozytierende Immunzellen, sie sind also Teil des Immunsystems!
  • Wie schon gesagt verbindet das fasziale System alle anderen Systeme, u.a. das viszerale, parietale, psychoemotionale System etc. miteinander.
  • Für kurze Zeit können auch Schlackenstoffe in den Faszien abgelagert werden, die dann später abtransportiert werden.

Physiologie der Faszien

Die Physiologie der Faszien ist komplex. Es finden sich zahlreiche Zellen, die unterschiedliche Aufgaben haben.

Die wichtigsten Zellen und Erkenntnisse möchte ich im folgenden aufzählen.

 

Rezeptoren:

Golgi: Diese Zellen befinden sich in den Muskel-Sehnen-Übergängen, in Gelenkkapseln und den Ligemanten peripherer Gelenke. Sie sind sensitiv auf Muskelanspannung und sehr kräftige Dehnreize. Ihre Funktion ist die Propriozeption sowie eine muskuläre Tonussenkung. Neue Forschungen zeigen allerdings, dass diese Rezeptoren nicht auf passive Dehnung reagieren wie vermutet wurde. Es ist also davon auszugehen, dass die muskelentspannende Wirkung dieser Rezeptoren nur bei aktiver Anspannung der Muskulatur sowie bei kräftigen Manipulationen wirksam ist.

 

Pacini: Pacini Zellen können in Muskel-Sehnen-Übergängen, tiefen Kapselschichten, spinalen Ligamenten und einhüllenden Muskelfaszien lokalisiert werden. Sie sind sensitiv auf Druckwechsel und sind wichtig für die Propriozeption. Da Pacini Rezeptoren eine niedrige Reizschwelle haben und rasch adaptieren, geht man davon aus, dass sie bei ruckartigen, vibratorischen oder schaukelenden Behandlungstechniken angesprochen werden.

 

Ruffini: Auch die Ruffini Zellen können in den Ligamenten peripherer Gelenke gefunden werden, sowie in den äußeren Kapselschichten und in der Dura Mater (und anderen auf regelmäßige Dehnung angelegte Faszien). Sie sind speziell empfindsam für wechselnden und anhaltenden Druck sowie für Tangentialbelastungen. Ihre Funktion ist erneut die Propriozeption aber auch die Sympathikus inhibition. Sie haben ebenfalls eine geringe Reizschwelle, sind aber langsam adaptierend, was wiederum bedeutet, dass man sie auch mit ruhigeren Techniken ansprechen kann.

 

Weitere Erkenntnisse

  • Faszien können sich eigenständig zusammenziehen. Der Spannungszustand wird durch Botenstoffe unseres Nervensystems gesteuert - Stress erhöht die Faszienspannung.
  • Rezeptoren reagieren auf Druck, Dehnung, Muskelanspannung und machen das Faszien-Netzwerk zu einem wichtigen Sinnesorgan für die Körperwahrnehmung (Propriozeption).
  • Faszien können verkleben, wenn es aufgrund von Verspannungen zu einem Stau der Lymphe kommt (Fibringerinnung). Außerdem können sie durch Schonhaltung, Bewegungsmangel und andere Faktoren verkürzen oder verhärten. Die gut dehnbaren Elastinanteile nehmen ab und werden durch das zähe Kollagen ersetzt.
  • Über die verschiedenen Rezeptoren und freien Nervenendigungen wird das vegetative Nervensystem direkt durch manuelle Techniken beeinflusst.
  • Alle Faszien stehen untereinander in Verbindung. Deshalb können Schmerzen oder Symptome über den ganzen Körper transportiert werden und an anderer Stelle Probleme bereiten.
  • Faszien bilden eine veränderliche Grundmatrix. Diese passt sich über Wochen und Monate den unterschiedlichen Belastungen des Körpers an.
  • Wird durch manuelle Manipulation die Lage der Muskeln und die Gleitfähigkeit der Faszien verändert, ändert sich oft spontan die Form des behandelten Körperteils und dessen Beweglichkeit nimmt drastisch zu
  • Das Grundsystem, bestehend aus der Extrazellulären Substanz, umgibt das Bindegewebe und wird von ihm transportiert. Es hat bedeutende Funktionen (Versorgung, Entsorgung, Informationsaustausch etc.), ist Grundlage aller Vorgänge und hängt direkt mit den Faszien zusammen.

Fazit und persönliche Meinung

Faszien sind ein wichtiger Bestandteil des Körpers. Wir sind gerade erst dabei zu verstehen, wie wichtig sie wirklich sind.

Die Erforschung der zahlreichen Zellen und Rezeptoren gibt uns einen Einblick in die Welt der Faszien. Was wir mittlerweile wissen ist, dass Faszien sich durch den gesamten Körper ziehen und alle Strukturen miteinander verbinden. Sie sind wichtig für unsere Gesundheit sowie für das Empfinden und  Entstehen von Schmerz.

 

Ich bin der Meinung, dass man Faszien nicht wirklich "erfühlen" kann, wie so oft behauptet. Wer mal eine Faszie in vivo oder in einem Video gesehen hat, versteht warscheinlich was ich meine. Diese Struktur ist viel zu dünn und fein, um sie durch die Haut ertasten zu können.

Stattdessen werden die Faszien bei den meisten Techniken der Osteopathie gleichzeitig mitbehandelt. Als praktischer Nebeneffekt sozusagen.

 

Dasselbe gilt auch für das sogenannte "Faszienyoga" oder "Faszientraining".

Normales Yoga oder Training bzw. generell Bewegung und Sport reicht völlig aus, um die Faszien mit zu trainieren oder zu mobilisieren.

Alles andere empfinde Ich als Marketing, da man die Faszien niemals separat erreichen kann.

"Faszienrollen" wiederum kann ich empfehlen. Auch hier werden natürlich nicht nur die Faszien angesprochen, jedoch können die Faszienrollen vielen Menschen helfen, die Muskulatur, Bänder und Faszien zu dehnen und zu mobilisieren.

 

Ich bin gespannt, welche Erkenntnisse uns die Forschung in der Zukunft noch über die Faszien bringen wird!

Zum Abschluss noch ein faszinierendes Video mit spektakulären Aufnahmen von Faszien:

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